Zu viel Geld für falsche Behandlungen

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Deutschland ist nicht das gesündeste Land Europas. In Deutschland wird nicht zu wenig Geld in die medizinische Versorgung investiert. Zuviel Geld wird für falsche Therapien ausgegeben.

Nur von Geld allein wird niemand gesund

Das kostenintensive Gesundheitssystem hierzulande ist nicht automatisch leistungsfähiger als ein preiswertes. Deutschland investiert EU-weit den Löwenanteil des Bruttoinlandsprodukts ins Gesundheitswesen. Das Notfallversorgungsnetz ist effizient und engmaschig, die meisten Pfleger und Ärzte erbringen sehr gute Leistungen und fast alle Krankenhäuser sind gut. Vielversprechende Bedingungen also. Trotzdem landet Deutschland im europäischem Vergleich nur im Mittelfeld. In einigen Bereichen droht akute Abstiegsgefahr.

Die maroden Strukturen im deutschen Gesundheitswesen funktionieren, aber nicht zum Patientenvorteil. Der Fisch stinkt sozusagen vom Kopf her. Das vorhandene Budget wird von der Regierung verwaltet. Einen generelles Konzept, wie sich die Gesundheit der Bürger verbessern lässt, existiert allerdings nicht. Eine ortsnahe Gesundheitsversorgung ist begrüßenswert, einige Kliniken allerdings bieten das gesamte medizinische Leistungsspektrum an: Masse statt Klasse.

Übertherapie und Überdiagnostik dominieren

Aktuelle Auswertungen der OECD und der EU-Kommission liefern konkrete Erklärungen dafür, warum Deutschland von Platz 1 der gesündesten Länder Europas weit entfernt ist. Hier gibt es mehr als die doppelte Anzahl Kernspin-Geräte , mehr Ärzte als anderswo und europaweit die meisten Krankenhausbetten. Deutschland führt die Liste der Operationen in den Bereichen Gelenkersatz an Knie und Hüfte, Bypass-Operationen und Herzkatheter-Untersuchungen an. Dies sind nur wenige Beispiele für Überdiagnostik und Übertherapie.

Trotz Unterversorgung in strukturschwachen und ländlichen Gegenden existiert ein Angebotsüberfluss. Die unübersehbaren Folgen des florierenden Gesundheitsmarktes lässt die Kassen klingeln, ohne dass es den Patienten besser geht.

 

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